Unspielbarer Ball im Bunker 'stupid'? So geht Regel 19.3
Ein unspielbarer Ball, der tief im Sand steckt: Wenige Situationen auf dem Golfplatz fühlen sich so unfair an. Diese Woche bekam dieser Frust ein prominentes Gesicht. PGA-Tour-Sieger Michael Kim nannte am 12. August die Regel für einen unspielbaren Ball im Bunker, Regel 19.3, öffentlich "stupid". Seine Kritik zielt auf einen Punkt: Willst du deinen Ball außerhalb des Bunkers droppen, kostet das zwei Strafschläge, während du fast überall sonst auf dem Platz mit einem einzigen Strafschlag davonkommst.
Für dich als Clubgolfer ist das mehr als Tour-Klatsch. Ein Ball, der sich in die Bunkerwand bohrt, passiert auf Amateurniveau jede Woche. Wer die Optionen von Regel 19.3 dann nicht kennt, trifft die falsche Wahl und verliert unnötig Schläge. Zeit, die Regel, und den Wirbel darum, klar aufzudröseln.
Worauf reagierte Michael Kim?
Der Anlass war ein Clip, den die DP World Tour von Pablo Larrazabal beim Made-in-Denmark-Turnier 2019 teilte, angekündigt als die übelste eingegrabene Balllage, die du je sehen wirst. Sein Ball steckte fast vollständig begraben in einem Grünbunker. Larrazabal spielte den Ball, wie er lag, und beförderte ihn mit einem gewaltigen Hieb nur wenige Zentimeter weiter, wie auch Yardbarker zurückblickt.
Michael Kim, nie um eine klare Meinung verlegen, reagierte auf X, wie EssentiallySports via Yahoo Sports berichtet: "I find it so stupid that you need two penalty shots for taking an unplayable to get out of a bunker."
Kim untermauerte das mit einem Vergleich: Aus einer Penalty Area darfst du mit einem Strafschlag droppen und bist das Elend los. Im Bunker nicht. Dort muss er, in seinen eigenen Worten, droppen "in the same general area and put myself into a half-fried egg lie". Kurzum: einen Strafschlag zahlen und trotzdem im Sand stehen, womöglich erneut mit einer miserablen Lage.
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So funktioniert Regel 19.3 beim unspielbaren Ball im Bunker
Zuerst das Fundament: Nur du entscheidest, ob dein Ball unspielbar ist. Das darfst du überall auf dem Platz außer in einer Penalty Area, und du musst dafür keinen Grund nennen. Die Grundregel ist Regel 19; liegt dein Ball in einem Bunker, gilt Regel 19.3. Du hast vier Optionen:
- Schlag und Distanzverlust, 1 Strafschlag. Du spielst erneut von der Stelle deines vorigen Schlags, nach dem Prinzip von Schlag und Distanzverlust. Wichtiges Detail: Lag diese Stelle außerhalb des Bunkers, zum Beispiel auf dem Fairway, kommst du also für einen einzigen Strafschlag aus dem Sand.
- Auf der Linie zurück, im Bunker, 1 Strafschlag. Du droppst auf der Linie vom Loch durch den Punkt, an dem dein Ball liegt, so weit zurück, wie du willst, aber innerhalb des Bunkers.
- Seitwärts, im Bunker, 1 Strafschlag. Du droppst innerhalb von zwei Schlägerlängen von deinem Ball, nicht näher zum Loch, wieder innerhalb des Bunkers.
- Auf der Linie zurück, außerhalb des Bunkers, insgesamt 2 Strafschläge. Das ist die Zusatzoption von Regel 19.3b: dieselbe Linie nach hinten, aber jetzt darfst du außerhalb des Bunkers droppen. Es ist die einzige Dropoption, die das Entkommen aus dem Sand garantiert, und genau diese Option kostet den zweiten Strafschlag, über den Kim sich aufregt.
Bei jeder Option lässt du den Ball aus Kniehöhe in die richtige Dropzone fallen; wie das genau funktioniert, liest du in den Regeln für das Droppen.
Warum kostet das Entkommen zwei Strafschläge?
Die Logik der R&A und der USGA ist, dass ein Bunker ein Hindernis ist, aus dem du herausspielen sollst. Regel 12 behandelt den Bunker darum als eigenen Bereich des Platzes mit eigenen Einschränkungen. Entkommen, ohne einen Bunkerschlag zu spielen, muss etwas extra kosten, sonst ließe sich jede fiese Lage im Sand zum selben Tarif freikaufen wie ein simpler Drop.
Die Regel wurde zudem schon einmal entschärft. Bis 2019 konntest du beim unspielbaren Ball überhaupt nicht außerhalb des Bunkers droppen, außer über Schlag und Distanzverlust. Die Option mit zwei Strafschlägen wurde gerade als Notausgang für Situationen wie die von Larrazabal hinzugefügt. Die zwei Strafschläge sind also keine Schikane, sondern ein bewusstes Preisschild: Die Regel garantiert einen Ausweg und verlangt dafür etwas zurück.
Hat Kim recht?
Teilweise. Sein Vergleich mit Penalty Areas trägt, wenn du rein auf Konsistenz schaust: rein ins Wasser, ein Strafschlag, und du bist draußen. Rein in den Bunker, und der garantierte Ausweg kostet das Doppelte. Ein einziger Strafschlag würde zudem dem Spieltempo helfen, gerade bei Amateuren.
Dem steht gegenüber, dass ein Bunker, anders als ein Teich, zum Herausspielen gedacht ist. Eine Penalty Area verlässt du, weil Spielen oft schlicht physisch unmöglich ist; ein Bunkerschlag ist ein normaler Golfschlag, den du üben kannst. Mach das Entkommen zu billig, und das strategische Gewicht jedes Topfbunkers verschwindet, zusammen mit der Belohnung für Spieler, die ihr Bunkerspiel beherrschen. Außerdem existiert die günstige Route längst: Schlag und Distanzverlust für einen Strafschlag, auch zurück an eine Stelle außerhalb des Sands.
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Was machst du bei einem eingegrabenen Ball?
Stehst du selbst vor einem Ball, der halb in der Bunkerwand verschwunden ist, geh diese Liste durch:
- Beurteile die Lage ehrlich. Kannst du den Ball vernünftig nach vorn schlagen, ist Spielen fast immer billiger als Droppen.
- Denk daran, dass ein eingebetteter Ball im Bunker keine kostenlose Flucht bringt: Die straflose Erleichterung für einen eingebetteten Ball gilt nur im Gelände, nicht im Sand.
- Rechne alle vier Optionen in Schlägen durch. Wo lag dein voriger Ball? Wie groß ist die Chance, dass du mit einem Schlag aus dem Bunker bist?
- Entscheidest du dich fürs Droppen im Bunker, such das flachste Stück Sand auf der Linie nach hinten oder innerhalb der zwei Schlägerlängen.
- Akzeptiere in Extremfällen die zwei Strafschläge. Eine garantierte Lage auf Gras ist oft besser als dreimal Hacken in einer nassen Bunkerwand.
Michael Kim findet die Regel dumm, die Regelmacher halten sie für logisch. Wichtiger für deinen Score ist, dass du im entscheidenden Moment genau weißt, was jede Option kostet. Das spart garantiert Schläge, mit oder ohne Änderung von Regel 19.3.
- 'I Find It So Stupid': PGA Tour Star Takes Blunt Stand Against USGA's Controversial Penalty Rule · EssentiallySports via Yahoo Sports
- 'I Find It So Stupid': PGA Tour Star Takes Blunt Stand Against USGA's Controversial Penalty Rule · Yardbarker
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