Ryder-Cup-Qualifikation startet: die Lochspiel-Regeln
In weniger als zwei Wochen beginnt die Ryder-Cup-Qualifikation für Team Europa: Am 27. August 2026 fällt der Startschuss beim British Masters im The Belfry. Von da an zählt jedes Ergebnis auf dem Weg nach Adare Manor in Irland, wo im September 2027 gespielt wird, genau 100 Jahre nach dem ersten Ryder Cup von 1927. Für dich als Clubgolfer ist das der perfekte Moment, die Lochspiel-Regeln wirklich zu verinnerlichen. Der Ryder Cup dreht sich nämlich komplett um Lochspiel, in drei Formen, die du auch selbst spielen kannst: Einzel, Vierer und Vierball.
Die Ryder-Cup-Qualifikation in Kürze
Zuerst die Nachrichtenlage, wie von Sky Sports und Golf Post bestätigt:
- Die Qualifikation startet am Donnerstag, dem 27. August 2026, beim British Masters im The Belfry, dem Platz, der selbst viermal den Ryder Cup ausgerichtet hat.
- Der Qualifikationszeitraum läuft bis einschließlich 22. August 2027.
- Die Top 6 der europäischen Punktliste qualifizieren sich automatisch für das Team.
- Captain Luke Donald ergänzt das Team um sechs Captain's Picks, bekannt gegeben in der Woche ab dem 30. August 2027.
- Donald ist zum dritten Mal in Folge Europas Captain, als Erster seit Bernard Gallacher.
- Der Ryder Cup 2027 findet im Adare Manor im County Limerick, Irland, statt: Spieltage 17. bis 19. September 2027, Turnierwoche ab dem 13. September.
- Europa greift nach dem dritten Sieg in Folge; Irland ist erst zum zweiten Mal Gastgeber, nach dem K Club 2006.
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Lochspiel-Regeln: Loch für Loch gewinnen nach Regel 3
Die Basis aller Lochspiel-Regeln findest du in Regel 3. Im Zählspiel zählt jeder Schlag, und du vergleichst dein Gesamtergebnis mit dem des gesamten Felds. Im Lochspiel trittst du direkt gegen einen Gegner an, und es geht Loch für Loch: Der niedrigere Score gewinnt das Loch, bei gleichem Score wird das Loch geteilt. Den Stand drückst du in Löchern aus, zum Beispiel 2 auf oder all square. Das Match ist entschieden, sobald jemand mit mehr Löchern führt, als noch zu spielen sind. Ein Ergebnis von 4&3 bedeutet also: vier Löcher Vorsprung bei noch drei zu spielenden.
Drei Dinge machen das Lochspiel grundlegend anders als eine gewöhnliche vorgabenwirksame Runde:
- Schenken ist erlaubt. Du darfst deinem Gegner den nächsten Schlag schenken, sogar ein ganzes Loch oder das komplette Match. Eine Schenkung ist sofort endgültig: Zurücknehmen oder Ablehnen geht nicht. Darum siehst du beim Ryder Cup so viele geschenkte kurze Putts.
- Strafen wirken sich anders aus. Die Grundstrafe bedeutet im Lochspiel Lochverlust, während sie im Zählspiel zwei Strafschläge kostet. Ein Patzer kostet dich also nie mehr als dieses eine Loch.
- Regelfragen klärt ihr gemeinsam. Nach Regel 20 dürft ihr im Lochspiel ohne Referee gemeinsam vereinbaren, wie ihr eine Situation behandelt, solange ihr nicht bewusst eine Regel ignoriert. Kommt ihr nicht weiter, bittet ihr die Spielleitung um eine Entscheidung. Im Zählspiel spielst du im Zweifel stattdessen zwei Bälle zu Ende.
Vierer: abwechselnd mit einem Ball (Regel 22)
Im Vierer bildest du mit deinem Partner ein Team mit einem Ball, und ihr schlagt abwechselnd. Regel 22 regelt die Details. Die Abschlagsreihenfolge steht fest: Einer schlägt an den ungeraden Löchern ab, der andere an den geraden, egal wer das vorige Loch beendet hat. Strafschläge ändern den Wechsel nicht: Schlägt dein Partner vom Tee ins Aus, spielst du den nächsten Schlag, wieder von demselben Tee.
Geht bei der Reihenfolge doch etwas schief, fällt die Sanktion deutlich aus:
- Im Lochspiel verliert euer Team das Loch.
- Im Zählspiel bekommt ihr zwei Strafschläge, und der richtige Spieler muss den Schlag erneut spielen; der falsche Schlag zählt nicht.
- Korrigiert ihr den Fehler nicht, bevor ihr am nächsten Loch abschlagt, folgt die Disqualifikation.
Streng, aber herrlich schnell: Mit einem Ball pro Team steht ihr selten still.
Vierball: der beste Score zählt (Regel 23)
Im Vierball, im Englischen Four-Ball genannt, spielt jeder Spieler seinen eigenen Ball, und pro Loch zählt nur der beste Score des Teams. Regel 23 lässt dir dabei auffallend viel Freiheit:
- Liegt dein Ball unspielbar im Gebüsch, spielt dein Partner einfach weiter. Du darfst deinen Ball aufnehmen, sobald dein Score für das Team nicht mehr gebraucht wird.
- Ihr bestimmt die Reihenfolge selbst. Liegt dein Ball weiter vom Loch entfernt, aber dein Partner hat den leichteren Putt, darf er zuerst.
- Die meisten Strafen gelten nur für den Spieler, der den Fehler macht; dein Partner spielt einfach zu Ende.
Zusammen bilden diese Spielformen den Teamwettbewerb des Ryder Cup, und dafür liefert Regel 24 den Rahmen, von der Rolle des Teamcaptains bis zu der Frage, wer Rat geben darf.
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Spiel es selbst: Lochspiel in deinem Club
Du musst nicht in Adare Manor stehen, um das zu genießen. Lochspiel ist vielleicht die schönste Spielform für Clubgolfer, und zwar darum:
- Jedes Loch ist eine neue Chance. Eine 9 an einem Par 4 kostet dich nur ein Loch, keine komplette Scorekarte.
- Das Tempo ist höher. Ist das Loch entschieden, nimmst du den Ball auf und gehst weiter zum nächsten Abschlag.
- Die Handicap-Verrechnung läuft Loch für Loch. Du bekommst deine Schläge an den Löchern mit dem niedrigsten Stroke-Index; so bleibt ein Match zwischen ungleichen Handicaps spannend.
So legst du los:
- Fordere ein Clubmitglied zu einem Einzel über 18 Löcher heraus und verrechnet die Handicaps nach den Richtlinien eures Clubs.
- Vereinbart vorab, wie ihr mit dem Schenken umgeht. Ein geschenkter Putt ist endgültig, also seid da eindeutig.
- Probier danach mal einen Vierer oder Vierball mit vier Spielern, zum Beispiel in einem Clubturnier.
- Lies vor deinem ersten Match noch einmal Regel 5 zu deiner Runde nach, dann weißt du genau, wann deine Runde beginnt und wie du zügig weiterspielst.
Die Profis starten am 27. August ihre Jagd auf einen Platz im europäischen Team. Du kannst schon am kommenden Wochenende deinen eigenen Ryder Cup spielen.
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