Regel 17 vs Regel 19: die richtige Erleichterung wählen

Ein Golfer betrachtet seinen Ball am Rand einer Penalty Area neben dichtem Rough und wägt die Erleichterungsoptionen auf einem sonnigen Platz ab

Hinter diesem Artikel steckt keine einzelne Eilmeldung, sondern ein wiederkehrendes Thema, das an jedem Clubgolftag auftaucht: Ein Ball rollt knapp vor einem Hindernispfahl liegen, landet in einem Ginsterdickicht oder bettet sich im Rough neben einem Bach ein, und die Gruppe steht ratlos da, ob es sich um eine Situation mit Penalty Area oder um einen unspielbaren Ball handelt. Aus Diskussionen über Entscheidungen auf Clubebene wissen wir, dass diese Verwirrung eine der häufigsten Ursachen für langsames Spiel und, schlimmer noch, für Strafen wegen falschen Spielorts ist. Es lohnt sich daher, genau darzulegen, wie sich Regel 17 und Regel 19 unterscheiden, denn die richtige Wahl kann dir einen Schlag sparen oder dich zumindest davor bewahren, vom falschen Ort aus zu spielen.

Was ist eine Penalty Area, und wann gilt Regel 17

Eine Penalty Area ist ein bestimmter Teil des Platzes, der von der Spielleitung festgelegt wird, meist ein Wasserhindernis oder ein ähnlich markierter Bereich, gekennzeichnet mit gelben oder roten Pfählen oder Linien. Regel 17 gilt nur, wenn dein Ball innerhalb dieses definierten Bereichs zur Ruhe gekommen ist, oder wenn du weißt oder so gut wie sicher bist, dass er dort nach dem Schlag liegen geblieben ist. Liegt dein Ball im Rough, deutlich abseits jedes markierten Bereichs, gilt Regel 17 schlicht nicht, egal wie hässlich die Lage aussieht.

Nach Regel 17 hast du drei Erleichterungsoptionen, alle für einen Strafschlag:

  1. Einen neuen Ball von der Stelle spielen, von der der vorherige Schlag gespielt wurde (Schlag und Distanzverlust).
  2. Erleichterung auf der Linie hinter der Penalty Area nehmen, indem du irgendwo auf einer Linie droppst, die vom Loch aus geradlinig durch den Punkt zurückverläuft, an dem der Ball zuletzt den Rand der Penalty Area überquert hat, ohne Begrenzung, wie weit du zurückgehst.
  3. Nur bei einer roten Penalty Area: seitliche Erleichterung innerhalb von zwei Schlägerlängen von der Stelle nehmen, an der der Ball zuletzt den Rand überquert hat, nicht näher zum Loch.

Diese dritte Option macht rote Penalty Areas in der Praxis nachsichtiger als gelbe, da gelbe Penalty Areas nur die ersten beiden Möglichkeiten bieten.

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Rules of Golf Explained: Ball Unplayable

Was ist ein unspielbarer Ball, und wann gilt Regel 19

Regel 19 ist von anderer Natur: Es geht nicht darum, wo der Ball liegt, sondern um deine eigene Einschätzung, dass du ihn nicht spielen kannst oder willst, wie er liegt. Ein unspielbarer Ball kann fast überall auf dem Platz erklärt werden, außer in einer Penalty Area, wo stattdessen Regel 17 greift. Tiefes Rough, unter einem Busch, an einer Baumwurzel oder in einem Divot, aus dem du lieber nicht spielen möchtest: Das sind alles klassische Szenarien für einen unspielbaren Ball, und die Entscheidung liegt ganz bei dir, unabhängig von jeder äußeren Markierung.

Für einen Strafschlag gibt dir Regel 19 drei Optionen:

  1. Schlag und Distanzverlust, indem du von der Stelle erneut spielst, von der der vorherige Schlag gemacht wurde.
  2. Erleichterung auf der Linie, indem du auf einer Linie vom Loch durch die Stelle droppst, an der der Ball lag, beliebig weit geradlinig zurück.
  3. Seitliche Erleichterung, indem du innerhalb von zwei Schlägerlängen von der Stelle droppst, an der der Ball lag, nicht näher zum Loch.

Beachte, dass seitliche Erleichterung nach Regel 19 immer verfügbar ist, unabhängig von der Farbkennzeichnung, da keine Pfähle im Spiel sind. In einem Bunker sind die Optionen für einen unspielbaren Ball eingeschränkter: Du kannst weiterhin Schlag und Distanzverlust oder Erleichterung auf der Linie innerhalb des Bunkers nehmen, aber seitliche Erleichterung außerhalb des Bunkers kostet zwei Strafschläge statt einem.

Die entscheidenden Unterschiede, die auf dem Platz wirklich zählen

Der erste Unterschied ist die Verfügbarkeit. Regel 17 existiert nur, weil eine Penalty Area definiert wurde; Regel 19 ist fast überall sonst verfügbar, rein nach deinem Ermessen. Du kannst Regel 19 nicht innerhalb einer Penalty Area anwenden, und du kannst Regel 17 nicht außerhalb einer solchen anwenden.

Der zweite Unterschied ist die seitliche Erleichterung. Rote Penalty Areas und allgemeine Situationen mit unspielbarem Ball erlauben beide ein seitliches Droppen innerhalb von zwei Schlägerlängen. Gelbe Penalty Areas bieten überhaupt keine seitliche Erleichterung, nur Schlag und Distanzverlust oder Erleichterung auf der Linie, was oft bedeutet, dass du einen langen Weg zurückgehen oder an einer ungünstigen Stelle im Gelände droppen musst.

Der dritte Unterschied ist der Bezugspunkt. Nach Regel 17 wird alles von der Stelle aus gemessen, an der der Ball zuletzt den Rand der Penalty Area überquert hat, was deutlich vor der tatsächlichen Endposition des Balls liegen kann. Nach Regel 19 wird alles von der Stelle aus gemessen, an der der unspielbare Ball tatsächlich liegt. Diesen Bezugspunkt falsch einzuschätzen, ist eine häufige Ursache dafür, vom falschen Ort zu spielen.

Ein praktisches Beispiel: Dein Ball rollt in dichtes Rough neben einem rot gekennzeichneten Bach, überquert aber nie tatsächlich die markierte Fläche. Das ist überhaupt keine Situation mit Penalty Area: Es ist schlicht eine unspielbare Lage im Gelände, sodass Regel 19 gilt und dir die vollen Optionen der seitlichen Erleichterung bietet. Liegt der Ball dagegen innerhalb der roten Pfähle, gilt Regel 17, und du nutzt den Überquerungspunkt, nicht die Endposition des Balls, als Bezugspunkt.

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