Strafgebiete: Rote vs Gelbe Pfähle und Erleichterung
Irgendwo auf einem Clubplatz wird an diesem Wochenende ein Abschlag in einen Teich, einen trockenen Graben oder ein mit Holzpfaehlen markiertes Schilfstueck rollen, und schon folgt eine kleine Regeldiskussion. Ist das ein Strafschlag? Darf man seitlich droppen? Spielt die Farbe der Pfaehle eine Rolle? Diese Fragen tauchen fast in jeder Runde auf, weshalb es sich lohnt, diese Regel wirklich zu verstehen, statt sie zu erraten.
Es gibt hier keine einzelne dramatische Entscheidung im Hintergrund, sondern schlicht die Tatsache, dass Regel 17 zu Penalty Areas auf Clubebene falscher angewendet wird als fast jede andere Regel. Deshalb hier eine unkomplizierte Auffrischung dazu, was die Pfaehle bedeuten und welche Optionen dir tatsaechlich zur Verfuegung stehen, sobald dein Ball darin liegt.
Was die Pfaehle wirklich bedeuten
Ein Penalty Area ist jedes Gewaesser oder jeder andere Bereich, den die Spielleitung fuer die Anwendung von Regel 17 markiert hat, meist mit gelben oder roten Pfaehlen oder Linien. Die Farbe ist nicht bloss Dekoration, sie aendert, was du als naechstes tun darfst.
- Gelbe Penalty Areas verlaufen meist direkt vor oder quer zur Spiellinie, etwa ein Teich vor einem Gruen.
- Rote Penalty Areas verlaufen meist seitlich entlang des Lochs, etwa ein Bach an der Seite eines Fairways.
Beide Farben kosten dich einen Strafschlag, wenn du Erleichterung in Anspruch nimmst, aber bei roten Penalty Areas gibt es eine zusaetzliche Option, die es bei gelben nicht gibt.
Video zum Artikel
Deine Erleichterungsoptionen
Wenn dein Ball in einer Penalty Area liegt, hast du immer die Wahl, ihn straflos so zu spielen, wie er liegt, solange du deinen Schlaeger nicht aufsetzt oder andere in diesem Bereich eingeschraenkte Handlungen vornimmst. Viele Clubgolfer vergessen das und droppen aus Gewohnheit mit Strafe, obwohl der Ball eigentlich gut spielbar waere.
Wenn du ihn nicht so spielen willst, wie er liegt, hast du folgende Moeglichkeiten, jeweils gegen einen Strafschlag:
- Schlag und Distanzverlust: erneut von der Stelle spielen, von der aus dein vorheriger Schlag gespielt wurde.
- Erleichterung auf der Linie zurueck: beliebig weit zurueckgehen auf einer Linie, die vom Loch durch den Punkt verlaeuft, an dem der Ball zuletzt den Rand der Penalty Area ueberquert hat, und dann innerhalb einer Schlaegerlaenge von diesem Punkt droppen.
- Seitliche Erleichterung, nur bei roten Penalty Areas: innerhalb von zwei Schlaegerlaengen von dem Punkt droppen, an dem der Ball zuletzt den Rand ueberquert hat, nicht naeher zum Loch.
Diese dritte Option ist es, ueber die Spieler am haeufigsten stolpern, denn sie existiert nur bei roten Penalty Areas. Bei einer gelben Penalty Area beschraenkt sich die Erleichterung auf Schlag und Distanzverlust oder die Erleichterung auf der Linie zurueck, seitliches Droppen gibt es dort nicht.
Warum es die zusaetzliche Option gibt
Rote Penalty Areas verlaufen tendenziell seitlich entlang eines Lochs statt direkt quer dazu, weshalb ein striktes Droppen auf der Linie zurueck einen manchmal in einer unguenstigen Lage belassen wuerde, etwa weiterhin im Rough oder zwischen Baeumen auf derselben Seite wie das Hindernis. Die seitliche Erleichterung bietet eine praktische Moeglichkeit, innerhalb von zwei Schlaegerlaengen von der Stelle, an der der Ball den Rand ueberquert hat, wieder ins Spiel zu kommen, was in dieser Situation meist deutlich sinnvoller ist als von weit hinten im Fairway erneut zu spielen.
Ein Detail, das man sich merken sollte: Die zwei Schlaegerlaengen fuer die seitliche Erleichterung werden von dem Punkt gemessen, an dem der Ball zuletzt den Rand der Penalty Area ueberquert hat, nicht von der Stelle, an der der Ball schliesslich darin zur Ruhe gekommen ist. Wenn ein Ball ueber die Oberflaeche eines Bachs huepft, bevor er versinkt, kann dieser Ueberquerungspunkt deutlich vor der Stelle liegen, von der aus man instinktiv messen wuerde.
Haeufige Fehler von Clubgolfern
- Anzunehmen, dass seitliche Erleichterung auch bei einer gelben Penalty Area verfuegbar ist, obwohl das nicht der Fall ist.
- Von der Stelle zu droppen, an der der Ball liegen geblieben ist, statt von der Stelle, an der er zuletzt den Rand ueberquert hat.
- Automatisch mit Strafe zu droppen, statt zu pruefen, ob der Ball dort, wo er liegt, spielbar ist.
- Eine Penalty Area mit einem eingebetteten Ball oder einer Situation mit Boden in Ausbesserung zu verwechseln, fuer die ganz andere Erleichterungsregeln gelten.
- Zu vergessen, dass, wenn der Ball nicht gefunden werden kann oder unklar ist, ob er in die Penalty Area gelangt ist, stattdessen andere Regeln greifen koennen, etwa jene zu einem unspielbaren Ball oder einem verlorenen Ball.
Wenn du dir jemals unsicher bist, welche Regel gilt, oder ein Mitspieler deinen Drop anzweifelt, lohnt es sich, innezuhalten und die Sache sauber durchzugehen, statt unter Druck zu raten, denn ein falscher Drop kann aus einem Strafschlag schnell zwei machen.
Alle Regeln, Übungsprüfungen und ein AI Coach mit Fotoerkennung. Gratis zum Download.
Praktische Take-aways
- Wirf vor deiner Runde einen Blick auf die Scorekarte oder die Platzkarte, um zu sehen, welche Hindernisse rot und welche gelb markiert sind, damit du nicht unter Druck entscheiden musst.
- Denk daran, dass es immer erlaubt ist, den Ball innerhalb einer Penalty Area straflos so zu spielen, wie er liegt, sofern du ihn findest und er spielbar ist.
- Greife nur bei einer roten Penalty Area zur seitlichen Erleichterung, und miss immer vom Ueberquerungspunkt, nicht vom Ruhepunkt.
- Behalte die drei Erleichterungsoptionen im Kopf, Schlag und Distanzverlust, auf der Linie zurueck und seitlich bei roten Bereichen, damit du diejenige waehlen kannst, die dir den besten Winkel fuer den naechsten Schlag laesst.
- Wenn du das so lange ueben willst, bis es automatisch sitzt, arbeitet das Modul Erleichterung nehmen und droppen Drops in Penalty Areas Schritt fuer Schritt durch, zusammen mit anderen Erleichterungssituationen, denen du auf dem Platz begegnen wirst.
Das wird deinen Schwung nicht verbessern, aber es verhindert, dass du durch einen vermeidbaren Regelfehler Schlaege verschenkst, was im Clubgolf oft genauso wertvoll ist.
Regeln in diesem Artikel
Auch lesenswert
Regel 11: Dein Ball trifft jemanden, was nun?
Ein abgefälschter Annäherungsschlag, der einen Zuschauer oder Cart trifft, sorgt oft für Verwirrung. Regel 11 erklärt, warum meist keine Strafe folgt.
WeiterlesenRegel 17 vs Regel 19: die richtige Erleichterung wählen
Ball in der Penalty Area oder einfach unspielbar? Vergleiche Regel 17 und Regel 19, um die richtige, oft günstigere Erleichterung zu wählen.
WeiterlesenRegel 9 erklärt: Wenn sich dein Ball bewegt
Ein Ball, der sich in Ruhe bewegt, sorgt oft für Verwirrung. Hier erfährst du, wie Regel 9 entscheidet, wann eine Strafe gilt und wann nicht.
Weiterlesen


