Regel 6: Startzeit, Tempo und Spielreihenfolge

Ein Golfer, der auf eine Armbanduhr schaut, während er bereit am leeren Abschlag bei Sonnenaufgang steht, Golfbag daneben, Fairway erstreckt sich in die Ferne

Beschwerden über langsames Spiel und eine verspätete Ankunft am ersten Abschlag gehören zu den häufigsten Streitpunkten im Klubgolf, und beide fallen genau unter eine Regel, die viele Spieler nur vage kennen. Egal ob du bei einem Samstags-Zählspiel oder einer lockeren Vierergruppe abschlägst, Regel 6 legt genau fest, was du dem Spiel schuldest, sobald deine Runde beginnt: pünktlich erscheinen, in angemessenem Tempo spielen und deine Schläge in der richtigen Reihenfolge ausführen. Machst du hier etwas falsch, kann das eine echte Strafe nach sich ziehen, nicht nur einen bösen Blick deiner Mitspieler.

Was wir wissen

Hinter diesem Thema steckt keine einzelne aktuelle Meldung. Stattdessen ist Regel 6 eine jener Bestimmungen, die still und leise jedes Wochenende Entscheidungen und Diskussionen im Klubhaus auslösen, von Mitgliedern, die zwei Minuten zu spät zu ihrer Startzeit erscheinen, bis zu Gruppen, die den Platz für die dahinterliegenden Spieler blockieren. Weil sich diese Situationen so häufig wiederholen, lohnt es sich, genau durchzugehen, was die Golfregeln tatsächlich sagen, statt sich auf die Version zu verlassen, die von Mund zu Mund weitergegeben wird.

Pünktlich starten

Der klarste und meistgefürchtete Teil von Regel 6 ist die Pflicht zur Startzeit. Erscheinst du innerhalb von fünf Minuten nach deiner Startzeit spielbereit am Abschlag, lautet die Strafe Verlust des ersten Lochs im Lochspiel beziehungsweise zwei Strafschläge am ersten Loch im Zählspiel, statt Disqualifikation. Kommst du später als dieses Fünf-Minuten-Fenster, wirst du komplett vom Wettspiel disqualifiziert. Dies ist eine der wenigen Stellen in den Golfregeln, an denen schon eine geringe Verspätung sofortige, spürbare Konsequenzen hat, weshalb es sich lohnt, vor deiner Runde einen zeitlichen Puffer einzuplanen, besonders an einem vollen Klubtag. Der Gedanke, dass die Runde mit deiner Startzeit beginnt und nicht erst, wenn du zufällig auftauchst, steht hier im Mittelpunkt und knüpft an das übergeordnete Thema im Kurs Die Grundlagen des Golfsports an, respektvoll mit der Struktur eines Wettspiels umzugehen.

In angemessenem Tempo spielen

Über die Pünktlichkeit hinaus erwartet Regel 6 auch, dass du auf dem Platz in Bewegung bleibst, sobald du unterwegs bist. Golf schreibt im Haupttext der Regel selbst keine strikte Minutenzahl pro Loch vor, legt aber den Grundsatz fest, dass Spieler in gutem Tempo spielen und bereit sein sollten zu spielen, wenn sie an der Reihe sind. Spielleitungen erhalten die Möglichkeit, für ihre eigenen Wettspiele Tempo-Richtlinien festzulegen, weshalb du an deinem Klub oft lokale Zeitvorgaben ausgehängt findest. Die zugrunde liegende Idee ist einfach: Deine Einstellung im Sinne von Ready Golf, also vorausschauend die Schlägerwahl treffen, zügig zwischen den Schlägen gehen und bereit sein zu spielen, sobald es sicher ist und du an der Reihe bist, hält das gesamte Feld in Bewegung und verhindert genau den Rückstau, der aus einer Vier-Stunden-Runde eine Sechs-Stunden-Schleppe macht.

Spielreihenfolge

Der dritte Strang von Regel 6 betrifft etwas, von dem jeder Golfer glaubt, es zu wissen, es aber häufig leicht falsch macht: Wer zuerst spielt. Im Lochspiel gilt grundsätzlich, dass der Spieler mit dem niedrigeren Ergebnis am vorherigen Loch von der nächsten Abschlagstelle zuerst spielt, ein Konzept, das oft als das Spielen der Ehre bezeichnet wird. Vom Abschlag gilt generell dieses Ehrensystem, während beim zweiten Schlag und danach üblicherweise der Ball zuerst gespielt wird, der am weitesten vom Loch entfernt liegt. Im Zählspiel gilt dieselbe Grundlogik, wobei die Regeln dort nachsichtiger mit einem Spiel außer der Reihe umgehen, da dafür keine Strafe droht, sondern lediglich ermutigt wird, aus Tempogründen die Prinzipien von Ready Golf zu nutzen. Diese Reihenfolge zu verstehen, ist nicht nur eine Frage der Etikette, sondern hängt auch mit den Grundlagen des fairen und respektvollen Golfspiels zusammen, einem der grundlegenden Themen des Sports.

Warum das Klubgolfern zum Verhängnis wird

Die meisten Spieler, die gegen Regel 6 verstoßen, wollen weder betrügen noch jemanden stören. Verspätete Ankünfte entstehen meist daraus, dass Verkehr, Parkplatzsuche oder die benötigte Aufwärmzeit unterschätzt werden. Verstöße gegen das Spieltempo schleichen sich oft durch kleine Gewohnheiten ein: jeden Putt aus vier verschiedenen Winkeln lesen, allein einem Ball ins Rough hinterherlaufen statt einen Mitspieler um Hilfe beim Beobachten zu bitten, oder warten, bis ein Mitspieler seine Routine beendet hat, bevor man die eigene Vorbereitung beginnt. Keines davon fühlt sich im Moment wie ein Regelverstoß an, doch in Summe entstehen echte Verzögerungen, die eine Spielleitung irgendwann im Rahmen der klubinternen Tempo-Richtlinie bestrafen kann. Wenn du tiefer eintauchen möchtest, wie diese Pflichten mit dem Rest einer Runde zusammenspielen, ist das Kursmodul Spielformen und mehr ein sinnvoller nächster Schritt, da sich Startzeiten und Spielreihenfolge je nachdem ändern können, ob du in einem Einzel-Lochspiel, einem Stableford-Wettspiel oder einer Mannschaftsform spielst.

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Praktische Tipps

Regel 6 macht selten Schlagzeilen, prägt aber nahezu jede Runde Golf, die auf Klubebene gespielt wird. Ihre Erwartungen an Timing, Tempo und Spielreihenfolge zu kennen, ist eine einfache Möglichkeit, dein Ergebnis und deinen Ruf als rücksichtsvoller Mitspieler zu schützen.

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